Nach über 30 Jahren: Mutmaßlicher Täter im Fall Yeboah verhaftet

5. April 2022

Die Bundesanwaltschaft hat einen Tatverdächtigen im Fall Yeboah verhaftet. Der Mann steht im Verdacht, den Flüchtling ermordet zu haben. Yeboah war bei einem Brandanschlag auf ein Asylbewerberheim in Saarlouis-Fraulautern 1991 ums Leben gekommen.

Mehr als 30 Jahre nach dem Mord an dem ghanaischen Flüchtling Samuel Yeboah aus Saarlouis ist der Fall offenbar aufgeklärt. Wie die Bundesanwaltschaft dem SR mitteilte, ist am Montagmorgen in Saarlouis ein 50-Jähriger festgenommen worden. Noch am Mittag wurde vor dem Bundesgerichtshof in Karlsruhe der Haftbefehl verkündet – wegen Flucht- und Verdunklungsgefahr.

Der 50-jährige Peter S. wird dringend verdächtigt, im Herbst 1991 das Feuer in der Asylbewerberunterkunft in Fraulautern gelegt zu haben. Hintergrund sei seine rechtsextremistische und rassistische Gesinnung. Vor dem Ermittlungsrichter des BGH in Karlsruhe soll S. nach SR-Informationen keine Angaben gemacht haben.

Hier geht es zum Artikel: https://www.sr.de/sr/home/nachrichten/panorama/festnahme_fall_yeboah_100.html

»Das Vermächtnis der Überlebenden weitergeben«

26. März 2022

Aus Angriffen ging die VVN-BdA gestärkt hervor. Ein Gespräch mit Ulrich Schneider und Florian Gutsche Von Kristian Stemmler

Von der Gründung an stand die VVN unter Druck. Schon in den 50er und 60ern geriet sie im Zuge der Hatz auf Kommunisten ins Visier der Staatsmacht. Wie hat sich das ausgewirkt?

Ulrich Schneider: Die Angriffe begannen 1951 mit den »Blitzgesetzen«. VVN-Mitglieder wurden aus dem öffentlichen Dienst entlassen. Der gesamtdeutsche Rat und mehrere Landesverbände wurden verboten. Auch in der DDR wurde die VVN als Bündnisorganisation 1953 aufgelöst. In der BRD galt sie als »kommunistische Tarnorganisation«.

1971 wurde die VVN zum Bund der Antifaschisten erweitert. Welchen Hintergrund hatte das?

U. S.: Der Aufstieg der NPD ab Mitte der 1960er Jahre zeigte: Alte und neue Nazis bleiben eine reale politische Gefahr. Im Kampf gegen die Notstandsgesetze verteidigte man demokratische Freiheiten, und Studenten fragten nach faschistischen Traditionen an den Universitäten. Antifaschismus war politisch präsent. Es ging nun darum, das Vermächtnis der Überlebenden an die jungen Generationen weiterzugeben und sie für die Zukunft des Antifaschismus in die VVN zu integrieren.

Was bedeutete der Kampf gegen die Aberkennung der Gemeinnützigkeit ab 2019?

Florian Gutsche: Es gab immer wieder Versuche, die VVN-BdA aus dem öffentlichen Diskurs zu verdrängen. Glücklicherweise gelang das nie vollständig. Dennoch war für uns die Aberkennung der Gemeinnützigkeit erst einmal ein Schock und hat für viel Stress gesorgt. Aber sie war auch Auslöser für eine solidarische Eintrittswelle und eine Vielzahl neuer Aktivitäten. Letztlich konnten wir aus dem Angriff gestärkt hervorgehen. Durch die Diffamierungen des Verfassungsschutzes kann es allerdings jederzeit wieder zu Angriffen gegen uns kommen.

Hier geht es weiter: https://www.jungewelt.de/artikel/423457.antifaschismus-das-verm%C3%A4chtnis-der-%C3%BCberlebenden-weitergeben.html

Gegen alle Widrigkeiten

26. März 2022

Größte antifaschistische Vereinigung in Deutschland VVN-BdA feiert 75jähriges Bestehen Von Kristian Stemmler

Schon an der Wiege standen die Wächter. Von Schwierigkeiten der Namenswahl für die heute allgemein mit dem Kürzel VVN-BdA benannte, von ihm mitbegründete Organisation hat Emil Carlebach, Kommunist aus Hessen und Buchenwald-Überlebender, später berichtet. Im brandenburgischen Henningsdorf habe er sich Anfang 1946 mit anderen früheren Widerstandskämpfern getroffen. Er habe, so Carlebach, den »Kameraden aus der Ostzone« damals gesagt: »Gründet ihr einen ›Kampfbund gegen den Faschismus‹, dann ist es nicht möglich, den gesamtdeutsch zu haben, denn die Westmächte dulden das nicht.« Als Antwort habe er bekommen: »… in drei Teufels Namen gründen wir die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.« Der Name sei also zustande gekommen »unter dem halben Verbotsdruck der Westalliierten«.

Bis in die Gegenwart bleibt Repression ein ständiger Begleiter der VVN, die 1971 ihre Organisation für nachgeborene Generationen geöffnet hat und seitdem den Zusatz »Bund der Antifaschisten« führte (heute »Bund der Antifaschistinnen und Antifaschisten«). Doch sie überstand alle Stürme und feiert an diesem Sonnabend als älteste und mitgliederstärkste antifaschistische Organisation der Republik in Frankfurt am Main ihre Gründung vor 75 Jahren. Offizieller Gründungsakt war die »1. Interzonale Länderkonferenz der VVN« vom 15. bis 17. März 1947 in der hessischen Metropole. Überlebende des faschistischen Terrors schufen an diesem Wochenende den gesamtdeutschen Rat der Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes.

Hier geht es zum Artikel in der jW: https://www.jungewelt.de/artikel/423456.vernichtung-des-nazismus-gegen-alle-widrigkeiten.html

16.04.2022 Ostfriesischer Ostermarsch in Emden

23. März 2022

16.04.2022 Ostfriesischer Ostermarsch in Emden weiterlesen »

7. Mai 2022: Gedenkkundgebung zum Tag der Befreiung auf der Begräbnisstätte Esterwegen

21. März 2022

Einladung Gedenkstätte Esterwegen: „Gustav Flohr. Noch ein Partisan! Ein Remscheider Kommunist, Klempner, Spanienkämpfer und Bürgermeister“

19. März 2022

EINLADUNG

anlässlich des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkrieges zur Buchvorstellung

„Gustav Flohr. Noch ein Partisan! Ein Remscheider Kommunist, Klempner, Spanienkämpfer und Bürgermeister“

durch den Autor und Editor Prof. Dr. Jörg Becker

in der Gedenkstätte Esterwegen, Hinterm Busch 1, 26897 Esterwegen

am Sonntag, den 8. Mai 2022 um 15:00 Uhr

Die frühen Konzentrationslager spielten eine wesentliche Rolle bei der Durchsetzung der nationalsozialistischen Diktatur nach 1933, da sie vornehmlich Haftorte für politische Oppositionelle waren. Nicht wenige von ihnen kamen aus Westfalen und dem Rheinland.

Der Remscheider Gustav Flohr (1895-1965) war Unteroffizier, Kommunist und Mitglied im Reichstag. Schon Mitte März 1933 wurde er in Düsseldorf verhaftet und blieb bis zum 19. Februar 1935 in Haft – unter anderem im KZ Börgermoor im Emsland.  

Seine Zeit im KZ-Börgermoor war für ihn prägend. Dort nahm er einen prominenten Platz in der Baracke 10 ein. In dieser überaus politischen Baracke lebten neben Gustav Flohr u. a. Karl Schabrod und Rudi Goguel. Der kommunistische Politiker Karl Schabrod war in der NS-Zeit in verschiedenen Zuchthäusern und von 1947 bis 1950 war er Fraktionsvorsitzender der KPD im Düsseldorfer Landtag.

Rudi Goguel war der Komponist des berühmten Liedes „Die Moorsoldaten“, dessen Uraufführung im KZ Börgermoor von ehemaligen Mitgliedern des Solinger Arbeitergesangvereins vorgenommen wurde.  

Jörg Becker stellt das Leben und Wirken von Gustav Flohr durch vier Zeitalter deutscher Geschichte in einem musikalisch begleiteten Vortrag mit Diskussion vor. Die Teilnahme ist kostenfrei.

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Film: Walter Kaufmann „Welch ein Leben!“

16. März 2022

Mitgliederversammlung

15. März 2022

Die nächste Mitgliederversammlung der VVN-BdA Kreisvereinigung Ostfriesland findet am 23. März 2022 im Europahaus,Von-Jhering-Str. 33, Seminarraum: Am Collmannsgang in Aurich statt. Beginn: 19:00 Uhr

Prozess: Osbild (AfD) gegen Bjeen Alhassan

15. März 2022

Mehr dazu: https://www.nd-aktuell.de/artikel/1158698.rechtsstreit-mit-afd-mann-diskriminierung-an-der-hochschule.html?sstr=osbild

Film: „Walter Kaufmann – Welch ein Leben!“

6. März 2022

Sondervorführungen in Emden, Leer und Aurich

Kinodokumentarfilm von Karin Kaper und Dirk Szuszies

In ehrendem Gedenken an Walter Kaufmann,

der am 15.4.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorben ist

Weltpremiere Jüdisches Filmfestival Berlin Brandenburg August 2021

Dokumentarfilmwettbewerb Filmkunstfest Schwerin September 2021 Bundesweiter Kinostart am 30.9.2021

Schillernder als jedes Drehbuch ist das Leben von Walter Kaufmann

Im Leben des am 15.4.2021 im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorbenen Walter Kaufmann spiegeln sich auf außergewöhnlichste Weise weltweit bedeutende Ereignisse, Katastrophen, Erschütterungen des letzten Jahrhunderts, die bis in unsere Gegenwart wirken.

Walter Kaufmann blieb bis zu seinem Tod unermüdlich kämpferisch. Er setzt mit seinem Leben ein nachwirkendes Zeichen gegen jede Form von Rechtsruck und Antisemitismus, die wieder bedrohliche  Ausmaße in unserem Land angenommen haben. Der Film ist ein Appell an uns Lebende, die elementaren Menschenrechte und demokratischen Errungenschaften entschlossen zu verteidigen.

Der Film folgt den wesentlichen Lebenslinien und weltweiten Erfahrungen des Protagonisten. Walter Kaufmann erlebte als Jude persönlich die katastrophalen Folgen des Nationalsozialismus. Als Schriftsteller und Korrespondent nahm er regen Anteil an der Bürgerrechtsbewegung in den USA, am Prozeß gegen Angela Davis, an der Revolution in Kuba, den Auswirkungen der Atombombenabwürfe in Japan, der unendlichen Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes, der Entwicklung und dem Zusammenbruch der DDR. Der Film bietet jüngeren und älteren Zuschauern eine letzte Gelegenheit, die Welt aus der Perspektive dieses einzigartigen Zeitzeugen vermittelt zu bekommen.

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